Lange bevor der Begriff C-Promi geboren und damit untalentierten Grossmäulern die Möglichkeit eingeräumt wurde,sich schriftstellerisch zu betätigen oder dies durch ebenso talentfreie Ghostwriter erledigen zu lassen,machte Demian sich ans Werk,seine Lebenserinnerungen auf knapp 900 Seiten echten Papiers nieder zu schreiben.
Bevor ichs vergesse,muss ich in dem Zusammenhang,also bezüglich Ghostwriting und so,kurz eine Warnung loswerden:Kauft nie,ich wiederhole nie,unter gar keinen Umständen ein Buch mit dem Titel "Das Toaster-Duell".
Ich habe selten ein schlechteres Buch in der Hand und vor Augen gehalten.Da beschreibt so ein Fachmann in Sachen Lean-Management und derlei Unfug irgendwas.Hab vergessen was.Ist so scheisse,dass ich mir das unmöglich merken konnte.Und weil der Mann offensichtlich keine Romane schreiben kann,hat er sich 'ne Ghostwriterin dazu geholt.Die hats aber noch weniger drauf.Grausig.Sowas erscheint dann im Eccon-Verlag.Langweilig,kein Pepp,'ne Schreibe,die bestenfalls fúr die Bäckerblume reicht,die Geschichte hirnrissig und natürlich im Lean-Management-Bereich angesiedelt.Murks.
Demian aber,der ja schon im zarten Alter von 17 beschloss,sich selbst ein Denkmal zu setzen und dem das Meisseln nicht so im Blut lag,erging sich also in oben schon kurz angesprochenen literarischem Werk,bei dessen Verbreitung er die ausgelatschten Pfade der Verlagssuche weiträumig mied und sich stattdessen in Literaten-Kneipen rumtrieb.
Dass es sich nicht so gut macht,jemanden Unbekannten anzusprechen,ihn nach dem Beruf zu fragen,um bei falscher Antwort aufzustehen und grusslos weiter zu gehen,sei kurz angemerkt,versteht sich aber eigentlich von selbst,so kann auch nicht verwundern,dass Demian in der Zeit sehr viele tiefschürfende Gespräche mit Kollegen führte,die nach 3 Gläsern schwerem Bourdeux den Literaturbetrieb als solchen,ihre jeweiligen Verleger im Besonderen,mit nicht zu zitierenden Schimpfwörtern belegten ,was Demian weder verwundern,noch abschrecken konnte und eines Abends ging tatsächlich die Tür auf,ein älterer graumelierter Herr trat in die Schankstube,strebte zielstrebig auf Demian zu und liess ihm seinen Wunsch nach Erfrischung zuteil werden.
Demian,geneigt,dem Männlein praktische Hinweise für die Kellnersuche und -findung zu geben,bemerkt allgemeine Hektik unterm Schreibervolk,bepricht sich kurz mit seinem Tischnachbarn ob der Identität des Männleins und sieht augenblicklich die Chance seines noch recht kurzen Lebens gekommen,welche er sich aber gründlich durch mit der Túr ins Haus fallen versaut.Vielleicht hätte er warten sollen,bis X,der berühmte und erfolgreiche Verleger X,sein Getränk ehalten hat,macht ja doch irgendwie lockerer.
So schaute X nur kurz auf das schuhkartondicke Manuskript,murmelte was von "interessant" und riet Demian,jenes doch bitte an das Verlagsbüro zu schicken.
Das wars.Klappe.
Und jedem,der jetzt meint,es sei doch ziemlich vermessen,mit 17 schon seine Memoiren geschrieben zu haben,sei gesagt:Nö,ist es nicht.
Es ist vermessen,Verleger in ihrer Freizeit zu behelligen.