Unsere heutige kleine Zeitreise führt uns zurück ins Jahr 1981.
Unser einstmals hornbebrillter kleiner Held darf mittlerweile durchaus als halbwegs erwachsen angesehen werden,seine Figur zeigt bereits eindeutige Anzeichen von Athletik,die Sehkraft wird durch Kontaktlinsen verstärkt,der vormals doch etwas tumbe Anblick leicht entschärft.
In der irrigen Annahme, Jörg sei atombombenresistent,schickt ihm die Heeresführung eine Einladung zur Begutachtung, welcher zu folgen ihm zwar unangenehm, jedoch in Anbetracht möglicher Konsequenzen bei Ablehnung, vom Einladendenden fein säuberlich auf der Rückseite notiert , durchaus angebracht scheint.
An einem sonnigen Spätherbsttag wird sich aufgemacht,eine Bahn zu besteigen,die ihn in die weit entfernte militärische Welthauptstadt Heide / Holstein bringen soll. Tut sie auch.
Kurz bei den Ureinwohnern nach dem Weg gefragt,sich mehrmals verlaufen habend,erreicht er schliesslich sein Ziel.
Die Uhr zeigt 11:17, einseitig ausgemachter Termin war 11:00. Kann passieren,sollte aber,so belehrt in ein Uniformierter,möglichst nicht wieder vorkommen,sowas könne eine eventuell geplante Kriegsführung schwer behindern. Jörg ist das alles sehr fremd hier,er fühlt sich recht unwohl in seiner zivilen Haut.Der Uniformierte erntet ein Schulterzucken.
Endlich,es ist mittlerweile 14:25, öffnet sich die Tür,durch die bisher so viele fröhlich rein- und anschliessend bedröppelt wieder rausgegangen sind,auch für ihn.
Noch nie hat er so viele Lebensplanungen,die vielleicht eine Europa- oder gar Weltreise,die Ergreifung eines ordentlichen Berufes oder ausschweifendes Gammlertum vorgesehen hatten, innerhalb von nur 10 Minuten zertrümmert,um nicht zu sagen atomisiert gesehen.Die Gewissheit,dass es ihm nicht so ergehen wird,schöpft er aus der Lektüre Thomas Mann's "Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull", dem Ratgeber für Leute wie ihn,die als Berufswunsch Maurer, Filosofieprofessor oder Pralinentester angeben und dieses Ziel möglichst schnell erreichen möchten.Höhlenforscher wäre auch eine Alternative gewesen,ersatzweise Gynäkologe.
Ein weissbekittelter Arschkartenautomat stellt sich als Dr.Dingenskirchen vor, lässt kurz seine Gefährlichkeit hinter einem goldzahnigem Lächeln verschwinden, um dann auch schon zum Angriff blasend,den vor ihm stehenden und Haltung annehmenden Probanden auf etwaige körperliche oder seelische Defekte hin zu untersuchen.
Abschliessend zieht man sich zu Beratungen zurück,deren Ergebnis folgendes ist:
Yeah! Beschlossen und verkündet - T5.Die Knie und die Augen hält man für nicht kriegstauglich.
(Für die Jüngeren:Jörg kommt nicht in den Recall)
Tja,dann eben nicht,hört man Jörg noch rufen,der seine pazifistische Grundhaltung eindrucksvoll am nächsten Tag demonstrieren wird,wenn er seinen Boxgegner im Ring schlägt,einige Zuschauer sagen anschliessend,er sei vernichtend und äusserst brutal dabei vorgegangen.