Man kann ja nicht immer nur arbeiten,dachten sich Demian samt Kumpel Raul anno 2007.Gelegentlich muss auch mal 'ne Party her.Nicht dass man nicht oft genug feierte,aber diesmal gab's sogar einen Anlass : Demian und Raul wollten ihren Geburtstag gemeinsam zelebrieren,wobei der eine (Demian) wirklich,der andere (Raul) eher nicht zum angegebenen Zeitpunkt Geburtstag hatten, was,ich weiss,eine anscheinliche Unlogik beherbergt und nicht überall auf freudigen Empfang der Botschaft stiess.Nicht wenige forderten ihre Geschenke,gemeinhin Hochprozentiges,empört zurück,was ihnen aber nichts bringen sollte,da der Stoff beim mitternächtlichen Eintritt des Ereignisses auf wundersame Weise bereits verschwunden war.
Vermutungen,die nackt auf dem Tisch tanzende Hausdame sei für diesen Totalverlust verantwortlich,konnten nicht stichhaltig widerlegt werden.Auch der sechzehnjährige Aushilfskellner,dem es vergönnt war,sich über die sexuellen Qualitäten der Endvierzigerin einen Eindruck zu verschaffen,meinte hinterher,nüchtern hätte sie ihn wohl gefressen.
Sex mit entfernt Bekannten ist -es sei zur Erinnerung erwähnt,dass man sich immer noch auf Ibiza befindet- nichts Ungewöhnliches,subtrahiert man jedoch das Alter der Beteiligten,ergibt die Summe relativ selten mehr als 10.
Demian,seines Zeichens Durchfaller in Mathe und auch sonst eher uninteressiert an derlei Nebensächlichkeiten,spielt seinen Geburtstag-Bonus voll aus und verlässt die Szenerie kurzfristig,um einer 21-jährigen Französin,die auf den klangvollen Namen Melody hört,ein paar Tonleitern zu entlocken.Raul muss derweil,weil unter Aufsicht seiner Freundin stehend,das Essen,eine original valencianische Paella,deren durchgekaute Überreste sich später relativ gleichmässig über den Strand verteilen,zubereiten,eine ehrenvolle,wenngleich etwas langweilige Angelegenheit,wie sein sehnsuchtsvoller Blick ausdrückt.
Demian,ganz Kumpel,will dieser Öde später etwas abhelfen und schlägt eine Seefahrt vor,muss jedoch konstaniert feststellen,dass beim besten Willen nicht mehr als 16 Leutchen in das von Gästen auf deren Veranda abgestellte Schlauchboot,welches man vorübergehend entliehen hat ("Ihr hattet ein Schlauchboot,echt?Und das is' jetzt weg?Komisch!"), um es mit Eis gefüllt zur Kühlung der Getränke seinem eigentlichen Zweck zuzuführen,passen wollen.Praktischerweise befindet man sich jedoch in der Segelschule des Clubs,der Segelschuleninhaber ist anderweitig beschäftigt und so machen sich etwa 50 Personen daran,den 14m-Katamaran zu kapern und damit in See zu stechen.In See-Stecherei macht aber durstig und die Vorräte sind begrenzt,also möchte man wieder an Land,wo Nachschub wartet.Leider fällt den Seebären (und -kühen) erst da die Unkenntniss der Versammelten auf,so ein Ding zu steuern.Hat man sich bisher von der Strömung treiben lassen,gilt es nun,Segel zu setzen oder zu rudern,beides ist jedoch von den Anwesenden nicht mehr durchführbar.Die rettende Idee Raul's ("Lass ma Küstenwacht anrufen") wird später ein derbes Loch ins Budget des Festausschusses reissen,aber wenigstens ist man wieder an Land.
Da bleibt man auch bis etwa 11 Uhr des neuen Tages,bis die Sonne ihre unerbitterliche Kraft entfaltet,unsere Protagonisten übelst verbrennt und Badegäste sich über den Gestank beschweren.
Empfindliches Volk,die Deutschen...